Nuragus ist ein kleiner Ort im Herzen Sardiniens an den Haengen der Giara. Es handelt sich um die antike roemische Stadt Valentia (Nekropolen in der Naehe) die laut Legende von der Pest und von zahlreichen Ueberfaellen von Barbaren zerstoert wurde. Die Haupterwerbsquellen sind dieViehzucht und die Landwirtschaft und gerade von diesen Traditionen stammt die Tracht von Nuragus.
Die fuer die Kostueme verwendeten Stoffe sind Baumwolle, Tuch, ein grober Wollstoff und Leinen. Die ersten beiden wurden importiert, Wollstoff und Leinen wurden von den Frauen des Dorfes in Handarbeit gesponnen und gewoben und mit natuerlichen Farbstoffen, die aus Baumbestandteilen gewonnen wurden, eingefaerbt.

 

- Kopfbedeckung (Berrita a dus fundus) -
Aus Tuch oder grobem Wollstoff, wurde je nach sozialem Stand des Besitzers auf unterschiedliche Weise am Kopf gerollt oder gefaltet. Auf die Kopfbedeckung wurde ein dreieckig gefaltetes Tuch gesteckt, das den sogenannten „Trubanti“ bildete.
- Hemd (Sa Camisa) -
Aus Baumwollstoff oder Leinen, plissiert und fein bestickt, am Hals geschlossen mit goldenen oder silbernen Knoepfen.
- Weste (Su Cropettu) -
Aus Samt oder Tuch mit seitlichen Taschen und tiefem, rundem Ausschnitt, doppelreihig mit filigranen Silberknoepfen oder antiken Muenzen, die als Knoepfe dienten.
- Roeckchen (Is Cratzonis de arroda) -
Aus schwarzem Wollstoff oder Tuch; die Falten verlaufen symmetrisch Richtung Mitte sowohl auf der Vorder- als auch auf der Hinterseite, mit Stickereien am Bund „Sancotta“.
- Hosen (Is Cratzonis de tela) -
Aus Baumwollstoff oder Leinen, ziemlich weit, die Hosenbeine werden in die Galoschen gesteckt.
- Galoschen (Is Cratzas) -
Aus schwarzem Wollstoff oder Tuch mit gestepptem Aufschlag aus Samt am Knie, auch die Sporenhalter aus Samt.
- Guertel (Sa Brentera) -
Aus Leder, vorne breit mit zwei seitlichen Taschen, genaeht und eingekerbt in der Mitte und an den Taschen.

 

 

- Kopfbedeckung (Muncadori’ e conca) -
Aus Atlasseide mit Blumenmustern, in verschiedenen Farben.
- Kopfbedeckung (Muncadori mannu) -
Aus braunem Baumwollstoff oder „Tibet“ mit Blumenmustern.
- Kopfbedeckung (Su Sciallu) -
Hauptsaechlich in den Wintermonaten getragen, aus Baumwollstoff oder mit Blumenmustern bestickter Seide; wurde zum Dreieck gefaltet und seitlich in eine doppelte Falte gelegt, umrahmte das Gesicht.
- Bluse (Sa Camisa) -
Aus Baumwollstoff oder Leinen ist ein weiter weisser Unterrock, mit feinen Stickereinen oder Haekeleinsaetzen an der Vorderseite; an der Brust von den klassischen Filigranknoepfen aus Silber oder Gold geschlossen, die die einzigen Schmuckstuecke dieser Tracht sind.
- Weste (Palixeddas o Cropettu) -
Wurde ueber der Bluse getragen und an der Taille mit Haekchen aus Metall und einem Kordel geschlossen.Die am meisten verwendeten Farben sind blau mit Rosen und rot mit Blumenmustern.
- Rock (Unnedda) -
Kann aus verschiedenen Stoffen sein, hat eine zylindrische Form und ist bodenlang. Er besteht entweder aus Seide mit Blumenmustern mit einem breiten Faltensaum aus weissem Atlas und einem schmaeleren Saum aus violettem Atlas mit zwei Samtschleifen oder aus schwarzem „Callanca’“ mit kleinen goldenen Blumenmustern und einer Samtschleife.
Die Faltenlegung ist sehr genau, die Falten verlaufen symmetrisch gegen die Mitte hin und nach hinten. Am unteren Rand sind parallel zueinander zwei Samtschleifen aufgenaeht.
- Schuerze (Deventali) -
Aus Seide mit aufgenaehten Taschen, bedeckt die Vorderseite des Rockes; oder aus schwarzem „Tibet“ mit aufgestickten Blumenmustern.